Startseite

IPPNW-Hamburg aktuell

IPPNW Deutschland

IPPNW International

Mailingliste IPPNW Deutschland

Die 19 Atomesel

Links

Bessereweltlinks

Kontakt

Impressum











































 

Die 19 Atomesel

Es war einmal ein reiches Land. Da lebten alle Menschen ohne Hunger und hatten ein gutes Zuhause.

Und die Menschen wollten immer reicher werden. Deshalb suchten sie Dinge, um diesen Reichtum zu vermehren.

So erfanden Forscher 19 Esel, die massenhaft elektrischen Strom produzierten, wenn radioaktives Futter gereicht wurde. Das waren die 19 Atomesel. Und elektrischen Strom brauchten alle. Über drohende Gefahren durch die Atomesel sagten die Forscher und die Mächtigen den Menschen nichts. Da waren alle froh, solche Atomesel zu besitzen und verbrauchten den elektrischen Strom. Die Menschen glaubten reicher zu sein als vor der Zeit der 19 Atomesel.

In einem fernen Land fütterten die Menschen auch Atomesel. Da hatte einmal ein Eselpfleger einen Atomesel falsch gefüttert und der Atomesel war wegen seines schlecht verdauten radioaktiven Futters explodiert und hatte Tausende Menschen verstrahlt und getötet. Und ein großer Bereich dieses fernen Landes war durch den explodierten Atomesel unbewohnbar geworden.

In dem reichen Land aber sagten die Forscher und die Mächtigen, dass von den eigenen 19 Atomeseln keiner explodieren könne, da die Atomesel hier kräftiger seien und man sich auch viel intensiver um deren Wohlergehen kümmere.

Wenn aber in dem reichen Land ein Atomesel schwächelte, sagten die Mächtigen und die Forscher das den Menschen nicht, weil sie ja die Atomesel weiter benutzen und mit dem Strom viel Geld verdienen wollten.

Leider wussten die Forscher und die Mächtigen nicht, wie sie einen toten Atomesel beerdigen sollten. Sie sagten den Menschen, dass sich das in der Zukunft finden würde und schließlich sei noch jeder beerdigt worden. Aber sie wussten, dass ein toter Atomesel nicht einfach beerdigt werden konnte, weil der so viele radioaktive Strahlen abgab, dass er noch Tausende von Jahren die Menschen vergiften würde, egal wie tief man ihn beerdigte. Denn irgendwann kommt alles wieder ans Tageslicht.

Die Menschen in dem reichen Land ahnten manchmal, was ihnen die Forscher und die Mächtigen da eingebrockt hatten: 19 Atomesel mit fürchterlichen, todbringenden Gefahren in sich. Da wollten viele Menschen die Atomesel nicht mehr füttern und lieber anderen Strom verbrauchen. Die Besitzer der 19 Atomesel lamentierten und zeterten und sagten, dass alle Menschen viel Geld bezahlen müssten, wenn sie den Atomeselbesitzern die 19 Atomesel wegnehmen würden. Leider kamen die Menschen in dem reichen Land nicht auf die Idee, dass die Atomeselbesitzer schon massenhaft Geld mit den 19 Atomeseln verdient hatten. Von diesem Geldsegen hatten sich die Atomeselbesitzer bereits neue Esel gekauft, Telefonesel nämlich, die auch ganz wichtig waren.

So machten die Atomeselbesitzer den Menschen in dem reichen Land weis, dass die 19 Atomesel viele Jahre leben müssten, egal wie schwächlich und gefährlich sie waren.

Wie tote Atomesel zu beerdigen seien, das sagten die Forscher und die Mächtigen nicht. Sie wussten es nämlich nicht.

Dass so ein Atomesel bei falscher Fütterung explodieren konnte und dadurch das ganze reiche Land ruiniert wäre, daran dachte kaum noch ein Mensch in dem reichen Land. Denn das andere Land lag so weit entfernt. Das war das Land, in dem die Menschen weiterhin unter den todbringenden Folgen des explodierten Atomesels litten und starben.

Die Menschen in dem reichen Land waren nach kurzem Zögern zufrieden und glaubten, was ihnen die Mächtigen und die Forscher erzählten: 19 Atomesel sind gut für das reiche Land.

18. Juni 2000

Herbert Richter-Peill

Startseite