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IPPNW-Hamburg Treffen

Unsere Treffen 2010 sind mittwochs jeweils um 19 Uhr am 14. Juli, 11. August, 8. September, 13. Oktober, 10. November, 8. Dezember im Haus der Ärztekammer Hamburg, Humboldtstraße 56, 22083 Hamburg) herbert.richter-peill (at) gmx.de


Was war


Schöne neue Welt ?

Die elektronische Gesundheitskarte oder das Ende der Privatsphäre

Kommt die e- Card nach der Wahl? Und wenn, wie, warum, und in welcher „Form“? Wir diskutieren - auch mit Ihnen - welche Bedeutung dieses Großprojekt für das Arztgeheimnis und die Bürgerrechte haben wird.

Vortrags und Diskussionsveranstaltung

Datum: Samstag, 12. Dezember 2009

Zeit: 11.00 bis 16.00 Uhr

Ort: Ärztehaus, Humboldtstraße 56, 22083 Hamburg

Auf dem Podium:

Dr. phil. Oliver Decker,

Abt. für Medizinische Psychologie und Soziologie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Alles auf eine Karte setzen – elektronisches Regieren und die e- Card
Veränderung von Machtstrukturen in der Gesellschaft und im „Gesundheitsmarkt“

Prof. Dr. Hartmut Pohl,

Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises Datenschutz und IT Sicherheit der Gesellschaft für Informatik (GI)

Die Unsicherheit der „ elektronischen Gesundheitskarte “- Sicherheitsanforderungen an das digitale Gesundheitswesen

Prof. Harald Schweim, Professor für Drug Regulatory Affairs der Universität Bonn, vormaliger Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Leiter des DIMDI Instituts

Dr. med. Silke Lüder, Aktion Stoppt- die- e- Card

Kai-Uwe Steffens, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung

Dr. Klaus Günterberg, Berlin

Moderation:

Prof. em. Dr. med. Winfried Kahlke, Universität Hamburg

Veranstalter:

Aktion „Stoppt die e- Card“, IPPNW Hamburg,

Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Hamburg, Freie Ärzteschaft

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9.5.2009, 15 Uhr, Hamburg

"9/11 time for a second look"

Vortragsveranstaltung

Beginn: 09.05.2009 15:00

Professor Griffin’s Vortrag bietet seinem Publikum eine hervorragende Gelegenheit, mehr über die grundlegenden Fragen rund um den 11. September zu erfahren. Die weltweite Bewegung “9/11 Truth Movement” entstand als Graswurzelbewegung an vielen unabhängigen Orten und hat sich mittlerweile zu einer starken Gemeinschaft entwickelt. Die Bewegung enthält viele Einzelorganisationen wie die Pilots for 9/11 Truth, Firefighters for 9/11 Truth, Lawyers for 9/11 Truth, Architects and Engineers for 9/11 Truth, Medical Professionals for 9/11 Truth, Political Leaders for 9/11 Truth, Religious Leaders for 9/11 Truth, Veterans for 9/11 Truth sowie die Scholars for 9/11 Truth and Justice (eine Gruppe, die eine beträchtliche Anzahl prominenter Wissenschaftler enthält). 


Viele frühere Geheimdienstmitarbeiter unterstützen die Bewegung ebenfalls und haben zu der stetig wachsenden Anzahl von Beweisen beigetragen, die weit über jeden begründeten Zweifel hinaus zeigen, dass die Erklärungen der Ereignisse, wie sie von der Bush-Cheney-Regierung geboten werden, schlichtweg als falsch widerlegbar sind.

Eintritt: 10 Euro

Dozent
David Ray Griffin, emeritierter Professor für Religionsphilosophie und Theologie an der Claremont Graduate University (USA). Griffin ist weltweit bekannt als kritischer Experte für die Terroranschläge des 11. September 2001 und hat 7 Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.

Veranstaltungsort
MAGAZIN Filmkunsttheater
Fiefstücken 8a,
22299 Hamburg

[Flyer (pdf-Datei)]


Veranstaltungen in den letzten Jahren

Aktion „Stoppt die e-Card“

E-Health

Fluch oder Segen für Patienten und Ärzte?

Sind wir noch Menschen oder Krankheitsrisikoträger?

6. Dezember 2008

11 – 13 Uhr

Ärztehaus Hamburg, Humboldtraße 56

22083 Hamburg

Vorträge und Diskussionen zu folgenden Themen:

  • Stand des Projektes e-Card: Anspruch und Wirklichkeit

  • Parteien zur e-Card

  • e-Card: Gefahr für die Privatsphäre

  • Die neuen Krankheitsklassen aus Patientensicht

  • Schöne neue Vertragswelt – Hausarztverträge der AOK und anderer Kassen. Kein Schutz mehr für Patienten und Arzte?

Als Referentin begrüßen wir u.a. die Tübinger Ärztin Dr. Susanne Blessing, Kritikerin der

e-Patientenakte in Baden-Württemberg und anderswo.

Für die Aktion „Stoppt-die-eCard“:

Dr. med. Silke Lüder

Dr. med. Manfred Lotze

Anmeldungen bitte bei Frau Schaller im Büro der Aktion „Stoppt die e-Card“

Bergstr. 14
40699 Erkrath
Tel 02104 1385975 Fax 02104 449732 mail
info@stoppt-die-e-Card.de


1.3.2008
Schöne neue e-Health - Welt?
Symposium zur elektronischen Gesundheitskarte
IPPNW-Akademie
10-17 Uhr Ärztehaus Hamburg, Humboldtstraße 56, 22083 Hamburg
Programm als pdf Datei

Klicken Sie hier, um IPPNW-Hamburg beizutreten.
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Protokolle der Treffen der Regionalgruppe IPPNW-Hamburg und die Presseschau zu IPPNW Themen seit Februar 1997 bei Yahoo! Group „IPPNW-Hamburg“


19.3.2007

Die seit Februar 1997 geführte Presseschau zu IPPNW Themen ist von der Site http://www.ippnw-hamburg.de genommen. Die Presseschau ist nur noch über die Yahoo Group IPPNW-Hamburg zu lesen.
Hintergrund: Ein Journalisten bemängelte, dass ein Artikel von ihm aus der NZZ eingestellt war. Ähnliches ist vor Jahren schon mal vorgekommen. Daher ist die IPPNW Presseschau nur in der Yahoo Group zu lesen.


20.2.2007 Ärztehaus Hamburg

Resolution

Die ca. 100 Teilnehmer der Veranstaltung zum Thema „Elektronische Gesundheitskarte-Fluch oder Segen“ am 20.2.2007 im Ärztehaus Hamburg, veranstaltet von der IPPNW-Hamburg und unterstützt von der Hamburger Ärzteopposition, dem Hausärzteverband Hamburg, der Freien Ärzteschaft Hamburg und dem Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V. stellen mit einer Gegenstimme und 8 Enthaltungen fest:

Wir lehnen die Einführung der geplanten „elektronischen Gesundheitskarte“ ab

Es wird fälschlicherweise versprochen, dass die elektronische Gesundheitskarte (eGK) das Gesundheitswesen billiger und besser machen soll. Angeblich sollen das Selbstbestimmungsrecht der Patienten und die Behandlungmöglichkeiten für uns Ärzte verbessert werden..

Wir stellen dazu fest:

Das Arzt Patienten-Verhältnis wird durch die Speicherung sensibler Patientendaten in zentralen Servern schwer beschädigt oder sogar zerstört.

Die Bevölkerung wird mit Hilfe des elektronischen Rezeptes in Risikoklassen eingeteilt, die den Patienten, ihren Kindern und Kindeskindern lebenslang anhaften werden.

Der Zugriff auf Daten für unbefugte Dritte und der Datenmissbrauch sind vorprogrammiert.

Einen medizinischen Nutzen gibt es nicht.

Die Kosten dieser milliardenschweren Entwicklung in Richtung einer Überwachungsgesellschaft sollen auf Patienten und Ärzte abgewälzt werden.

Deshalb lehnen wir die Einführung der,, Gesundheitskarte“ und die Beteiligung an jeglichen Feldversuchen dazu ab und fordern unsere jeweiligen kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern auf, die weitere Mitarbeit an diesem Projekt aufzukündigen.

Stattdessen ist es dringend geboten, dass die KVHH und Ärztekammer Hamburg auf den nächstfolgenden Vertreterversammlungen eine Abstimmung durchführen, um gegen diese staatlich verordnete Bedrohung eines unabhängigen Arzt-Patienten-Verhältnisses zu protestieren.

Dr. med. Silke Lüder, Dr. med. Herbert Richter-Peill, Dr. med.Manfred Lotze, Hebbelstraße 8, 22085 Hamburg, manfred.lotze@web.de, Fon 040221704, Fax 04022695402

Hamburg, den 20.2.2007



Wer sich zur eGK (elektronische Gesundheitskarte) informieren will, hier klicken: ein guter Link, um in das Themengebiet vertieft einzusteigen.

Veranstaltung am 20.2.2007

Elektronische Gesundheitskarte-Fluch oder Segen?

Medizin in Zeiten von e-Health und Gesundheitsmarkt

Veranstaltung über ärztliches Selbstverständnis unter den

Bedingungen von elektronischer Gesundheitskarte und e-Health.

Haben Ärzte und Patienten noch eine Chance im Gesundheitswesen?

Ort: Ärztehaus Hamburg Humboldtstr.56

Zeit: Dienstag 20.2.2007 19.30 Uhr

Referenten

PD Dr. Hagen Kühn ( Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin )

Dr. med. Silke Lüder (Ärztin für Allgemeinmedizin Hamburg)

Wolfgang Linder (Jurist, langjähriger Datenschutzreferent in Bremen)

Dr. med. Frank Ulrich Montgomery (Präsident der Ärztekammer Hamburg)

Moderation: Prof. em. Dr. med. Winfried Kahlke

Veranstalter: IPPNW Hamburg

Unterstützt von: Hamburger Ärzteopposition

Hausärzteverband Hamburg

Freie Ärzteschaft Hamburg

Komitee für Grundrechte und Demokratie

Dr.med. Manfred Lotze IPPNW Hamburg (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges-Ärzte in sozialer Verantwortung) Hebbelstraße 8, 22085 Hamburg

Anmeldung erbeten (aber keine Bedingung): Bitte Mail senden an: vorstand@aekhh.de


Wir lehnen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ab (November 2006)

Resolution

der 4. IPPNW-Mitglieder-Regionalversammlung Norddeutschland
am 25. November 2006 in Hamburg


Wir lehnen die Einführung der geplanten sogenannten elektronischen »Gesundheitskarte«ab.

Es wird fälschlicherweise versprochen, dass die eGK das Gesundheitswesen billiger und besser machen soll. Angeblich sollen das Selbstbestimmungsrecht der Patienten und die Behandlungsmöglichkeiten für uns als Ärzte verbessert werden.

Wir stellen dazu fest:

das Arzt - Patienten-Verhältnis wird durch die Speicherung sensibler Patientendaten in zentralen Servern schwer beschädigt oder sogar zerstört.

Die Bevölkerung wird mit Hilfe des elektronischen Rezeptes in Risikoklassen eingeteilt, die den Patienten, ihren Kindern und Kindeskindern lebenslang anhaften werden.

Der Zugriff auf Daten für unbefugte Dritte und der Datenmissbrauch sind vorprogrammiert.

Einen medizinischen Nutzen gibt es nicht.

Die Kosten dieser milliardenschweren Entwicklung in Richtung einer Überwachungsgesellschaft sollen auf Patienten und Ärzte abgewälzt werden.

Deshalb lehnen wir einstimmig die Einführung der »Gesundheitskarte« und die Beteiligung an jeglichen Feldversuchen dazu ab und fordern unsere jeweiligen kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern auf, die weitere Mitarbeit an diesem Projekt aufzukündigen.
Stattdessen ist es dringend geboten, dass unsere Standesvertretungen eine Informationsveranstaltung für die Mitglieder veranstalten und auf den nächstfolgenden Vertreterversammlungen eine Abstimmung durchführen, um gegen diese staatlich verordnete Bedrohung eines unabhängigen Arzt-Patienten-Verhältnisses zu protestieren..

Im Auftrag : Dr. med. Silke Lüder und Dr. med. Manfred Lotze.


Elmshorn 31.8.06


Dr. Manfred Lotze, IPPNW-Hamburg

"Für eine atomwaffenfreie Welt bis 2020"



IPPNW-Regionalgruppe Hamburg

Dr. med. Dorothea Wagner-Kolb

Dr. med. Manfred Lotze

Hebbelstr. 8, 22085 Hamburg

Email: Manfred.Lotze@web.de

21. November 2005


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Freundinnen und Freunde,



am 10. Dezember dieses Jahres jährt sich zum 20. Mal die Verleihung des Friedensnobelpreises an die IPPNW. Dies ist für uns ein willkommener Anlass, die Geschichte und die Ziele unserer IPPNW einer größeren Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Wir laden Sie herzlich ein

zu Vortrag, Diskussion und Begegnung

am Freitag, den 9. Dezember 2005 um 19:30 Uhr

in den Hörsaal „HS B“ des Hauptgebäudes der Universität Hamburg,
Edmund-Siemers-Platz

Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter

Perspektiven der ärztlichen Friedensbewegung in einer globalisierten Welt


Anschließend kurze Vorstellung von laufenden IPPNW-Aktivitäten, z.B. internationales IPPNW-Studierendenprojekt für eine Zukunft ohne Atomwaffen, IPPNW-Famulaturen im Ausland, sowie Eindrücke einer Delegationsreise nach Nordkorea. Peter Riedesser stellt Überlegungen für eine IPPNW-Akademie vor.

Abschließend Gespräch bei Wein und Brezel.


Wir freuen uns auf Sie.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dorothea Wagner-Kolb Dr. Manfred Lotze

für die IPPNW-Regionalgruppe Hamburg




12. November 2005 von 14 - 18 Uhr

Das 3. Regiotreffen IPPNW Nord wird am Samstag, den in der Werkstatt 3 im Nernstweg stattfinden. Manfred hat schon viel vorbereitet. Es wird um Atomenergienutzung als Risikoenergienutzung gehen. Wie werden die Weichen nach der Wahl am 18. 9. gestellt?


August 2005

5. 8. Teilnahme an der Gedenkfeier 60 Jahre Atombombenabwurf auf Hiroshima/Nagasaki am Kriegsklotz (Dammtor) in Hamburg


Juni 2005

Treffen der IPPNW-Regionalgruppe Hamburg mit dem Vorstand der Hamburger Gruppe der Palästinensischen Ärzte- und Apothekervereinigung Deutschland am 8.6.05, 20 Uhr im Ärztehaus Hamburg


Juli 2004

Wir wollen mit den IPPNW Themen „Atombombe – Atomkraftwerk, die unheilige Allianz“, „Friedensarbeit aus ärztlicher Sicht“ und „Überlegungen zur Globalisierung aus ethischer Sicht“ in Hamburger Schulen gehen und unsere Mitarbeit im Rahmen von Unterrichtsprojekten anbieten. Die Hamburger Schulen wurden von Manfred Lotze angeschrieben. Diese Arbeit hatten wir in den 80er Jahren mehrfach mit guter Resonanz durchgeführt.


Juli 2004

Aktuelle und frühere Protokolle der Treffen der Regionalgruppe IPPNW-Hamburg nur noch bei Yahoo Groups „IPPNW-Hamburg“ einzusehen.


Mittwoch, 16. Mai 2001

Professor Günther Altner

"Schöpfungsverantwortung und Energiepolitik, die Konsequenzen aus Tschernobyl"

20 Uhr in der Philemon Kirche Hamburg-Hummelsbüttel, Poppenbüttlerer Weg Ecke Tegelsbarg.

Eine Veranstaltung der IPPNW-Hamburg und der Philemon Gemeinde


Haftpflichtversicherung für deutsche Atomkraftwerke Mai 2000

Bremer Erklärung zum Strahlenschutz Juni 2000 Juni 2000

Medizin und Gewissen Mai 2001

Ärzteorganisation begrüßt Abrüstungsprogramm Januar 2000

Ärzte fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie Januar 2000

Ärzte starten Kampagne gegen US-Raketenabwehrsystem


Ärzte starten Kampagne gegen US-Raketenabwehrsystem

Berlin, den 7. Juli 2000:

Anläßlich des für heute Nacht geplanten 3. Tests eines US-Raketenabwehrsystems in Vandenberg, USA, warnen die "Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)" vor einer neuen atomaren Rüstungsspirale. Die IPPNW kündigt zudem eine neue globale Kampagne der internationalen Förderation gegen das geplante Waffen-System an. Dies wurde auf dem IPPNW-Weltkongress diese Woche in Paris beschlossen.

Die IPPNW warnt vor einer Rüstungsspirale in Asien, wo China bereits ankündigte, im Falle eines Baus eines solchen Raketensystem ihr Atomwaffen-Arsenal aufzustocken. Als Konsequenz werden Indien und Pakistan möglicherweise weiter aufrüsten. Auch in Europa bedrohen die US-Pläne die Sicherheit. Russland koppelt alle bisherigen Abrüstungsverträge mit den USA an den Verzicht auf eine Raketenabwehr, wie im Raketenabwehrvertrag 1972 bereits beschlossen.

Die weltweite Ärzteföderation, die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, beschloss auf ihrem 14. Weltkongress in Paris, sich verstärkt gegen die neue Bedrohung einer atomaren Aufrüstung durch das US-Raketenabwehrsystem einzusetzen. IPPNW startet eine globale Kampagne, um die US-Regierung umzustimmen. Die IPPNW-Ärzte wollen politische und militärische Entscheidungsträger in allen europäischen NATO-Ländern, den Atomwaffenstaaten und in den USA durch persönliche Gespräche davon überzeugen, warum ein solches System die Stabilität des jetzigen Rüstungskontrollsystem gefährdet und nicht zur Weltsicherheit beiträgt. IPPNW wird besonders auf die Kosten hinweisen, die für Gesundheits- und Sozialprogramme in den USA dringend nötig wären. Die Raketenabwehr wird ca. 60 Millarden US Dollar kosten.

Die IPPNW hat die Öffentlichkeit in den 80er Jahren vor den medizinischen Auswirkungen eines Atomkrieges gewarnt und für das medizinische Prinzip der Vorbeugung als die einzige Antwort auf die "atomare Krankheit" geworben, da es bei Atomkrieg keine Heilung geben kann. Lars Pohlmeier, Sprecher der IPPNW: "Wir müssen jetzt einer Wiederaufrüstung vorbeugen, um einen Atomkrieg in der Zukunft zu verhindern. Der einzige Weg zur echten Sicherheit ist durch die kontrollierte Abrüstung".

Die deutsche Sektion der IPPNW begrüßt eine Erklärung von 50. Nobelpreisträgern gegen das US-Raketenabwehrsystems.

Weitere Informationen:

Xanthe Hall/Lars Pohlmeier 030/693 0244

"Sofort volle Haftpflichtversicherung für die deutschen Atomkraftwerke"

Dr. med. Rainer Stephan, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in Sozialer Verantwortung (IPPNW)

Redebeitrag anlässlich des Deutschen Katholikentages in Hamburg auf der Pressekonferenz am 30.Mai 2000 zur bundesweiten Unterschriftenaktion "Sofort volle Haftpflichtversicherung für die deutschen Atomkraftwerke"

Sehr geehrte Damen und Herren,

der deutsche Katholikentag findet diesmal in Hamburg statt und beschäftigt sich u.a. mit der Gefährdung der Schöpfung.

Dies gibt uns Gelegenheit, auf die Gefährdung Hamburgs hinzuweisen durch die in seiner Umgebung stehenden 4 Atomkraftwerke Krümmel, Stade, Brokdorf und Brunsbüttel.

Die deutschen AKW sind für Schäden, die sie verursachen, nur bis zu einer Milliarde DM abgesichert.

Es ist inzwischen Allgemeinwissen, dass der Betrieb auch deutscher AKW ein großes Gefährdungspotential bedeutet.

Bereits die 1989 im Auftrage der deutschen Bundesregierung von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit erstellten Studie "Deutsche Risikostudie Kernkraftwerke Phase B" hat ergeben, dass in der überwiegenden Zahl von AKW-Unfällen mit Kernschmelze innerhalb weniger Stunden mit massiven Radioaktivitätsfreisetzungen zu rechnen ist.

Nach Schätzungen der Gesellschaft für Reaktorsicherheit wird für Deutschland auf 30.000 AKW-Betriebsjahre mit einem Super-GAU gerechnet.

Bei 19 deutschen Atomkraftwerken mit einer vorgesehenen 30-jährigen Laufzeit liegt also die Wahrscheinlichkeit bei 2%, dass es zu einem Unfall kommt, der die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl übertreffen würde.

Erheblich verstrahlt wurde durch die Tschernobyl-Katastrophe ein Gebiet, das größer ist als das Gebiet der ehemaligen DDR, und etwa dreimal so groß ist wie das der Schweiz.

Aufgrund einer anderen Technik der deutschen AKWs wäre bei uns das verstrahlte Gebiet zwar kleiner, aber die Verstrahlung würde viel intensiver ausfallen.

Die Fläche dauerhafter Evakuierung kann 10.000 qkm umfassen entsprechend der Hälfte der Fläche des Landes Hessen.

Durch Tschernobyl verloren über 500.000 Menschen ihr Zuhause. Wegen der dichten Besiedlung bei uns müssten in Deutschland einige Millionen umgesiedelt werden.

Wohin?

Inzwischen ist es in Weißrußland zu einem extremen Anstieg von Schilddrüsenkarzinomen nicht nur bei Kindern ( auf mehr als das Hundertfache) gekommen, sondern auch bei Erwachsenen und zwar auf mehr als das Sechsfache im Vergleich zum 10-Jahres-Mittelwert vor 1986 .

Nach dem jüngsten Bericht der UN über die Tschernobyl-Folgen ist die radioaktive Belastung nach dem 26.April 1986 mindestens 100 fach höher gewesen, als die Strahlung nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki 1945.

Dies ist eine der Ursachen dafür, dass in den ersten 10 Jahren nach der Katastrophe allein in Weißrußland viel mehr Schilddrüsenkrebsfälle aufgetreten sind als in den vergangenen 55 Jahren nach den Atombombenabwürfen in Japan.

Bei der Risikoberechnung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Super-GAU für die Bundesrepublik in Höhe von 2 % wurde nur technisches Versagen der deutschen AKW-Technik berücksichtigt.

Menschliches Fehlverhalten, das die wesentliche Ursache der Tschernobyl-Katastrophe war, ist in der Berechnung der Gesellschaft für Reaktorsicherheit noch nicht einmal enthalten.

Erinnern wir uns:

- Am 17.Dez.1987 hat ein schwerer Störfall im AKW-Biblis A bei Frankfurt durch ein offenstehendes Ventil beinahe die Kernschmelze ausgelöst. Das Ereignis wurde von Behörden und Betreibern seinerzeit über mehr als 1 Jahr lang verheimlicht.

1993 wurden im AKW-Brunsbüttel ca. 130 betriebsbedingte Risse von z.T. sicherheitsrelevanten Rohrleitungen festgestellt. Einige der Risse hatten schon 80 % der Rohrwandungen durchdrungen.

Allein in den letzten 10 Jahren wurden aus deutschen Atomanlagen über 2000 "meldepflichtige" Vorkommnisse (Störfälle) bekannt.

Gemäß einem für die Hamburger Umweltbehörde 1992 vom Ökoinstitut Darmstadt erstellten Gutachten würden im Fall einer Hochdruck-Kernschmelze im AKW-Krümmel bis zu mehr als 100.000 Hamburger Bürger an den Spätfolgen der Radioaktivität sterben.

Im Oktober letzten Jahres hat noch einmal der Umweltsenator der Freien und Hansestadt Hamburg, Alexander Porschke, bestätigt, dass mehr als die Hälfte der Stadt länger als 50 Jahre unbenutzbar wäre und dass kurz nach der Katastrophe allein aus Hamburg mehr als 1 Million Bürger zu evakuieren wären.

Ein AKW-Unfall mit massivem Radioaktivitätsaustritt verursacht unvorstellbar hohe Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden.

Nach einer Studie der renommierten Prognos-AG , erstellt noch für das damals CDU-geführte Bundeswirtschaftministerium, betragen die Schäden mehr als 10.000 Mrd. DM, also 10 Billionen DM. Das sind etwa 15 mal der Bundeshaushalt. Die staatlichen Ressourcen wären hoffnungslos überfordert, auch für die notwendigen medizinischen Behandlungen.

Aber die von den deutschen AKW ausgehenden Gefahren für Leben, Gesundheit, Sachgüter und Vermögen sind derzeit entsprechend dem Atomgesetz nur mit einer einzigen Milliarde DM abgedeckt, also nur mit 0,01 % der möglichen Schadenssumme.

Die Betreiber tragen davon sogar nur 500 Millionen. Die restlichen 500 Millionen übernimmt der Staat, also der Steuerzahler.

Von jedem Autofahrer wird eine schadendeckende Versicherungssumme verlangt. Jeder Fabrikbesitzer und auch jeder Windkraftanlagenbetreiber muß nachweisen, dass er mögliche Schäden voll versichert hat.

Mit welcher Berechtigung sind die Betreiber von Atomkraftwerken von der angemessenen Haftungsvorsorge für mögliche Schäden ihrer gewinnträchtigen Unternehmen freigestellt ?

Beim derzeitigen Stand der Risikovorsorge werden Millionen von Geschädigten auf den materiellen Schäden sitzenbleiben, also de facto enteignet werden, zusätzlich zu schwerer Krankheit und auch Tod.

Gegen die von den Atomkraftwerken ausgehenden Gefahren kann sich der einzelne Bürger nicht versichern.

Werfen Sie mal einen Blick z.B. in Ihre Wohngebäude-, Hausrats- oder sogar Reiseversicherungen: alle Versicherungsgesellschaften schließen nicht nur Schäden durch Kriegsereignisse, innere Unruhen oder Erdbeben aus, sondern grundsätzlich auch Schäden durch Kernenergie.

Die Versicherungen verweisen darauf, dass die Kraftwerksbetreiber nach dem Atomgesetz zur Deckungsvorsorge verpflichtet sind und dafür ja Haftpflichtversicherungen abschließen. ( Deckungssume lächerliche 500 Millionen DM !!)

Die gewinnträchtigen Atomkraftwerke im Besitz von wenigen hundert Anteilseignern werden in Deutschland hinsichtlich von Schadensereignissen rechtmäßig de facto auf die Stufe der "höheren Gewalt" gestellt.

Nach Art.2 Abs.2 GG hat die deutsche Bevölkerung Anspruch auf Erfüllung des Grundrechtes auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Der Art. 14 GG schützt das Eigentum. Aber er kann doch nicht nur die Eigentumsposition der wenigen hundert Anteilseigner von Atomkraftwerken schützen, sondern auch die der Millionen von Bürgen, die zu Schaden kommen können.

Wer in einem Evakuierungsgebiet eine Wohnung oder ein Haus, Grund und Boden oder einen Betrieb besitzt, kann nach einer Atomkatastrophe nicht mit einer Entschädigung rechnen. Er wird sein gesamtes Eigentum verloren haben.

Nach der Bundesärzteordnung und den Regeln der Berufsordnungen soll der Arzt der Gesundheit des einzelnen Menschen und der gesamten Bevölkerung dienen.

Daher verlangt die Ärzteorganisation IPPNW eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung für den Betrieb von Atomkraftwerken, die alle mit dieser Technologie verbundenen Gesundheits- und Lebensrisiken abdeckt.

Unter der Trägerschaft der Ärzteorganisation IPPNW ist deshalb zusammen mit der Neuen Richtervereinigung NRV und dem

Bund Naturschutz in Bayern und dem BUND eine bundesdeutsche Unterschriftenaktion gestartet worden.

Aufgefordert werden der Bundestag und die Bundesregierung als Risikovorsorge für den Betrieb von Atomkraftwerken eine Betriebshaftpflichversicherung mit ausreichender Deckung für alle Gesundheits-, Sach- und Vermögensschäden vorzuschreiben.

Mehrere Verbände aus dem bürgerlich konservativen Lager haben die Absicht erklärt, sich an der Aktion zu beteiligen. Auch Gruppen aus der katholischen und evangelischen Kirche werden sie aktiv unterstützen.

Die IPPNW ruft alle Ärztinnen und Ärzte in Deutschland auf, sich im Rahmen ihrer beruflichen Funktion für die Unterschriftenkampagne einzusetzen und mit dieser Forderung für die Gesundheitsinteressen der Bevölkerung aktiv zu werden.

Die Initiatoren erwarten für die Unterschriftenaktion eine breite Resonanz in allen Bevölkerungskreisen.

In unserer Pressemappe finden Sie unsere zentralen Aktionsmaterialien. Die Unterschriftenliste wird in den kommenden Monaten hunderttausendfach Verbreitung finden.

Weitere Informationen stehen Ihnen im Internet unter. http://www.atomhaftpflicht.de www.atomhaftpflicht.de

Unterschriften können auch online geleistet werden. Das Gästebuch der homepage ist schon jetzt sehenswert.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Dr.med.Rainer Stephan, Ltd. Medizinaldirektor

Kattenkuhl 27, 25524 Oelixdorf, Tel/ Fax: 04821- 9 12 15, Dr.Rainer.Stephan @t-online.de

Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in Sozialer Verantwortung (IPPNW)


Bremer Erklärung zum Strahlenschutz Juni 2000

1. Heute ist sicher, dass die Strahlenschutzverordnung der Bundesrepublik Deutschland seit Jahrzehnten ein drastisch unterschätztes Strahlenrisiko zur Grundlage hat. Bereits in der Diskussion um die Novellierung der Strahlenschutzverordnung 1989 wies ein hochrangiger Strahlenschutzberater der Regierung darauf hin, dass aus mehreren Gründen der Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen um einen Faktor fünf bis sechs auf 10 Millisievert pro Jahr gesenkt werden müsste .
Tatsächlich blieb der Grenzwert für beruflich strahlenexponierte Personen von der ersten Fassung der Strahlenschutzverordnung aus dem Jahre 1960 an bis zum Jahr 2000 unverändert auf dem Wert von 50 Millisievert pro Jahr.
Ebenso unverändert blieb das "30-Millirem-Konzept" zum Schutz der Bevölkerung vor radioaktiven Ableitungen aus kerntechnischen Anlagen über Luft und Wasser.
Es geht auf Empfehlungen von Ende der 50er Jahre zurück, als man bei Strahlenfolgen ausschließlich an mögliche genetische Schäden dachte. Seither wurde das "30-Millirem-Konzept" nicht verbessert.
Wir wissen heute, dass in der bisherigen Geschichte der Nutzung der Kernenergie in der Bundesrepublik Deutschland den Arbeitnehmern und der Bevölkerung ein mindestens zehnmal höheres Risiko zugemutet wurde als die Vertreter von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik offiziell einzugestehen bereit waren. Würde man sich nicht vorwiegend auf die Daten von Hiroshima und Nagasaki stützen sondern die neueren Studien über Nukleararbeiter stärker berücksichtigen, käme man auf noch höhere Risikowerte.

2. In dem vorgelegten Entwurf der Strahlenschutzverordnung 2000 werden erstmalig die Grenzwerte verändert.
Der Grenzwert für beruflich strahlenexponierte

Personen soll von 50 auf 20 Millisievert pro Jahr gesenkt werden. Auf den ersten Blick mag das als Verbesserung gelten. Gemessen daran, dass seit weit über zehn Jahren als "Stand der Wissenschaft" ein mehr als zehnfach unterschätztes Strahlenrisiko unstrittig ist, bedeutet die vorgeschlagene Senkung um nur den Faktor 2,5 erneut eine Missachtung der bestehenden Erkenntnisse, vor allem aber eine Mißachtung des grundgesetzlich garantierten Rechtes "auf Leben und körperliche Unversehrtheit".
Im Unterschied zu den frühen Jahren der Kernenergienutzung kann sich heute niemand mehr hinter Unwissenheit verstecken. Wenn die Verfassung, das Atomgesetz und die bisherige Strahlenschutzverordnung ernstgenommen werden und endlich der heutige Stand von Wissenschaft und Technik umgesetzt wird, dann muss mindestens eine Senkung des Grenzwertes für beruflich strahlenexponierte Personen von bisher 50 auf 5 Millisievert pro Jahr festgesetzt werden.

3. Die Fehleinschätzung des Risikos durch eine industriefreundliche Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in Ost und West hat dazu beigetragen, dass es in der Bundesrepublik Deutschland heute mehr als 30.000 anerkannte Fälle von Berufskrankheiten gibt, die durch Arbeiten im Bereich der Atomindustrie unter mangelhaften Schutzbestimmungen und Schutzmaßnahmen hervorgerufen wurden. In der Praxis kann insbesondere das Verfahren der Anerkennung von strahlenbedingten Berufskrankheiten nur als zynisch und menschenverachtend eingeschätzt werden.
Inzwischen ist unstrittig, dass neben anderen Umweltbelastungen Strahlenbelastungen Krebserkrankungen hervorrufen können. Es liegt in der Natur dieser Schädigungen, dass nur in seltenen Ausnahmefällen exakt nachgewiesen werden kann, welche Ursache in einem konkreten Fall für den Krebs verantwortlich ist. Entscheidungen über die Anerkennung strahlenbedingter Berufskrankheiten beinhalten also in jedem Fall das Risiko, eine Fehlentscheidung zu treffen. Wenn auf der einen Seite ein schwerkranker Arbeitnehmer und auf der anderen Seite eine mächtige Industrie steht, dann verwundert nicht, wie viele solcher Anerkennungsverfahren sich über Jahre hinziehen, durch mehrere Instanzen gehen, mit Ablehnung enden oder erst nach dem Tod des Antragstellers entschieden werden.
Wir weisen darauf hin, dass in den USA heute von Wissenschaftlern des Department of Energy und anderen amtlichen Stellen der US-Bundesregierung einschließlich der Environmental Protection Agency (EPA), des Center for Disease Control (CDC) und des Department of Defense (DOD) das hohe Risiko für Nukleararbeiter zugestanden wird (Bericht des National Economic Council, Januar 2000). Alle diese genannten amtlichen Stellen tragen Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Volksgesundheit. Der Energieminister geht sogar soweit, eine Entschädigungszahlung von bis zu 100.000 US$ für die geschädigten Arbeiter oder deren geschädigte Familien vorzuschlagen. "Nun wird endlich Verantwortung übernommen, nachdem über 50 Jahre jede Verantwortung von den Regierungsbehörden abgestritten wurde. Das offizielle Zugeständnis ist gleichzeitig eine erschreckende Anklage gegen das Niveau der ethischen und wissenschaftlichen Integrität von führenden Mitgliedern des mächtigen wissenschaftlich-medizinisch-industriellen Establishments" (R. Nussbaum), die die Nukleararbeiter, die Bevölkerung und die Politiker wissentlich über das Ausmaß der bestehenden Risiken täuschten.
Wir fordern mit allem Nachdruck, in der Bundesrepublik Deutschland die Verfahrensweise bei der Anerkennung strahlenbedingter Berufskrankheiten in Anerkennung der Mitverantwortung für die Fehleinschätzungen in der Vergangenheit und deren Folgen grundlegend zu verändern. Wenn jemand das Risiko einer Fehlentscheidung in solchen Verfahren ertragen kann, dann ist es die Industrie - nicht aber ein todkranker Arbeitnehmer und dessen Familie.
Wir schlagen deshalb vor, dass alle Erkrankungen, die durch Strahlenbelastungen hervorgerufen werden können, ohne weitere Überprüfungen als Berufskrankheiten anerkannt werden, wenn der Arbeitnehmer in seiner gesamten Berufstätigkeit mit mehr als dem Zweifachen des Jahresgrenzwertes für beruflich strahlenexponierte Personen belastet worden war. Aus Gründen der Fairness und der Wiedergutmachung muss eine solche Neuregelung eine Wiederaufnahme aller bisher negativ entschiedener Anerkennungsverfahren umfassen.

4. Mit der näherrückenden Stillegung von kerntechnischen Anlagen und ihrem Abriss kommen auf die Betreiber Kosten zu. Es ist unverständlich, dass erst jetzt im Detail Festlegungen zum Umgang mit dem anfallenden Atommüll getroffen werden. Es überrascht nicht, dass die Betreiber auf Regelungen drängen, die eine billige Entsorgung des kontaminierten Mülls ermöglichen.
Aus der Sicht der Bevölkerung, der Medizin und des Strahlenschutzes ist es jedoch absurd und inakzeptabel, zuzulassen, dass radioaktiv belasteter Müll mit niedrigem Aktivitätsniveau in großen Mengen für immer aus der Überwachung herausgenommen und verteilt werden soll, um dann Stück für Stück dazu beizutragen, die Strahlenbelastung der Bevölkerung zu erhöhen. Niemand wird in der Lage sein, die schleichende Vergiftung, die über Generationen andauern wird, im Einzelfall nachzuweisen. Es wird keine unbelastete Kontrollgruppe mehr geben, an der man diesen Vergiftungsprozess messen könnte.
Die bisherige Geschichte des Strahlenschutzes war eine Geschichte von Fehleinschätzungen, Ignoranz und Zynismus gegenüber den Opfern. Niemand kann heute garantieren, dass die Einschätzungen des Strahlenrisikos nicht noch weiter ansteigen. Was heute zwar nicht schön, aber auch nicht allzu gefährlich aussieht, kann sich morgen schon als schwerer Fehler erweisen, der dann nicht mehr behoben werden kann.
Es besteht nicht die geringste Veranlassung für die Bevölkerung, zusätzlich zum vollen Risiko einer Atomkatastrophe auch noch freiwillig die Risiken einer billigen und deshalb unsicheren Unterbringung des Atommülls zu übernehmen.

5. Wir gehen nicht davon aus, dass eine neue Regierung mit einem Schritt alle Fehler der Vergangenheit korrigieren, die Interessen der Bürger wahrnehmen und dabei die Interessen der Atomindustrie vollständig ignorieren könnte.
Wir erwarten jedoch von ihr eine klare Beschreibung der Situation: Was wurde in der Vergangenheit falsch gemacht und falsch eingeschätzt? Was soll nun geändert werden? Was kann erst später angegangen werden, weil die Kraft zu mehr nicht ausreicht?

6. Wir gehen bei unserer Einschätzung zur Situation der Bevölkerung und der Arbeitnehmer von den gesundheitlichen Folgen der Strahlenbelastung aus. Die sich auf diesem Wege ergebenden Schlußfolgerungen sind sehr weitgehend und unbequem. Wir sind bereit, an der Gestaltung der Strahlenschutzverordnung mitzuarbeiten.

Bremen, 9./10. Juni 2000

"Strahlenschutz nach der Jahrtausendwende"
Gesellschaft für Strahlenschutz e.V., Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident, Gormannstr. 17, 10119 Berlin, Email: pflugbeil.kvt@t-online.de


Ärzteorganisation begrüßt Abrüstungsprogramm

Berlin, den 22.05.00: In einem dramatischen Ende der Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages (NPT=Non-Proliferation Treaty), die seit dem 24. April in New York vier Wochen tagte, einigten sich die 187 Unterzeichnerstaaten auf ein Aktionsprogramm für eine atomare Abrüstung. Der Vorsitzende hielt die Uhr am 19. Mai um fünf vor Mitternacht an, um für weitere 19 Stunden über die offizielle Zeit hinaus zu verhandeln. Es hat sich gelohnt. Um 19:19 Uhr (EST) am Samstag den 20. Mai erzielen die KonferenzteilnehmerInnen eine Einigung. Zuletzt drohte der Streit zwischen den USA und dem Irak über eine Fortsetzung der Sanktionen und weiteren Inspektionen kein Ergebnis zuzulassen. Die hart gewonnene Einigung mit den Atomwaffenstaaten vom Donnerstag drohte damit zu scheitern. Durch die Intervention von Kanada und des Konferenz-Vorsitzenden Baali wurde jedoch ein Kompromiss gefunden.

Die Ärzteorganisation IPPNW, die an der Konferenz mit VertreterInnen aus Deutschland, Schweden, den USA, Großbritannien und Russland teilnahm, begrüßt die Einigung über zukünftige Abrüstungsmaßnahmen als einen willkommenen Fortschritt, warnte aber zugleich vor zu großem Optimismus.

"Die Konferenz-Delegierten haben ihr Bestes in einer sehr gefährlichen Situation getan, um den Vertrag zu retten", kommentiert Xanthe Hall, IPPNW-Atomwaffenexpertin und NGO-Teilnehmerin an der Konferenz. "Aufgrund des geplanten US-Raketenabwehrsystems droht die Zeit der Abrüstung zu Ende zu gehen und eine neue Aufrüstung zu beginnen."

Nach den Atomtests in Indien und Pakistan fürchteten viele Staaten, dass der Vertrag auseinanderfallen könnte. "Auch die Situation im Nahen Osten tickte bei der Konferenz wie eine Zeitbombe, die im letzten Moment mit Hilfe des Geschicks des Vorsitzenden und Kanadas Intervention entschärft werden konnte", so Hall. Es wird vermutet, dass die USA die Inspektionen im Irak in den Vordergrund geschoben hatten, um Israel vor der Kritik der Konferenz zu schützen.

Die Zusicherung der Atomwaffenstaaten, dass sie ihre atomaren Arsenale vollständig abrüsten, ohne es zugleich als "Fernziel" zu beschreiben, gibt einen neuen Schub für die Verhandlungen über die nukleare Abrüstung. Das ist ein Verdienst der Gruppe von sieben Staaten, die als die "New Agenda Coalition" bekannt sind und die von der Friedensinitiative "Middle Powers Initiative" unterstützt wird. Mehr über die Initiative informiert das Buch "Per Express zur atomwaffenfreien Welt", herausgegeben von der IPPNW.

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24. 1. 2000 taz

Ärzte fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie

IPPNW-Kongress: Ausstiegsdebatte beschränkt sich auf wirtschaftliche Fragen und vernachlässigt die gesundheitliche Risikoabschätzung. Sogar ein Störfalltraining fehlt

Kiel (dpa/taz) - Wegen gesundheitlicher Gefahren haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) den sofortigen Atomausstieg in Deutschland gefordert. Der Sprecher der IPPNW in der Bundesrepublik, Lars Pohlmeier, kritisierte am Samstag bei einem Kongress in Kiel, die derzeitige Debatte über einen Ausstieg mit einer 30-jährigen Restlaufzeit sei auf rein wirtschaftliche Fragen beschränkt. Zugleich sei "niemand auf einen ernsthaften Störfall vorbereitet".

Alfred Körblein vom Umweltinstitut München verwies auf erhöhte Krebsraten bei Kindern unter 15 Jahren im Nahbereich eines Atomkraftwerkes. Eine 16 Jahre umfassende Studie des Mainzer Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation von 1997 stelle bei 15 Kernkraftwerken eine signifikante Erhöhung um 22 Prozent fest. Bei Kindern unter fünf Jahren lägen die Krebsraten um 53, die von Leukämien um 76 Prozent höher als anderswo. "Einen wirksamen Katastrophenschutz für den Fall eines schweren AKW-Unfalls kann es nicht geben", sagte der Mediziner Rainer Stephan aus Itzehoe.

"Die Notfallstationen zur Abschätzung der Höhe der Strahlenbelastung sind noch nie in der Funktion real erprobt worden." Evakuierungsübungen gebe es nicht. In einem Gebiet wie Deutschland wären bei einem Störfall drei bis sechs Millionen Menschen betroffen, gab der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder zu bedenken. Die Evakuierungsgrenze von zehn Kilometern sei "lächerlich", da in Tschernobyl Orte in 400 Kilometern Entfernung evakuiert werden mussten.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) erklärte, ein Ausstieg sei nur über die "Befristung der Betriebsgenehmigungen" möglich. "Das Schlimmste, was dem Atomausstieg passieren kann, ist im Rahmen einer einstweiligen Anordnung ein solches Gesetz zu stoppen."


IPPNW Kongress in Kiel, Samstag 22. 1. 2000 :

"Das Recht auf Leben -und auf Atomausstieg

Schützt uns, nicht die Atomkraft"


Von: IPPNW, ippnw@ippnw.de 07.01.00

Protestiert gegen den Krieg in Tschechenien!


6. Januar 2000

An den
Botschafter der Russischen Föderation
Sergej B. Krylow
Unter den Linden 63 - 65
10117 Berlin
Fax: 030 - 2299397
e-mail: russembassyg@trionet.de

Sehr geehrter Herr Botschafter Krylow,
die widersprüchlichen Informationen über den Fortgang der Kriegshandlungen zwischen den russischen Truppen und den Rebellen in Tschetschenien lassen mich befürchten, dass dieser
Krieg von Verbrechen begleitet wird, unter denen insbesondere die Zivilbevölkerung leidet.
Der Krieg in der russischen Teilrepublik hat bisher Zig-tausende von Opfern unter der Zivilbevölkerung gefordert. Nach Schätzungen humanitärer Organisationen haben bis zu einer halben Million Flüchtlinge ihre Heimat verlassen müssen. Noch immer befinden sich in der Hauptstadt Grosny, dem Hauptziel der russischen Angriffe, einige zehntausend Zivilisten.
Der erbarmungslose Vernichtungskrieg der russischen Regierung in Tschetschenien, mit dem Einsatz geächteter Waffen und gezielter Zerschlagung der Infrastruktur ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ignoriert das Kriegsvölkerrecht und ist ein Bruch der Genfer Konventionen. Das Leiden der Zivilbevölkerung läßt viele davon sprechen, dass der Krieg das Ausmaß von Völkermord erreiche.
Dass die russische Armee in Tschetschenien eine Strategie der Ver nichtung ziviler Ziele und der Infrastruktur umsetzt, verurteile ich ebenso, wie zuvor das NATO-Bombardement Jugoslawiens im Jahre 1999.
Die lebensbedrohende Situation der unschuldigen Menschen in Tschetschenien kann nur durch ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen aller Seiten verbessert werden. Dazu fordere ich
Sie auf, Ihrer Regierung mitzuteilen, dass die deutsche Friedensbewegung von ihr verlangt, mit allem Nachdruck auf einen sofortigen Waffenstillstand und eine politische Lösung hinzuwirken.
Die russische Regierung wird aufgefordert, der OSZE sowie humanitären Hilfsorganisationen umgehend ungehinderten Zugang für die Versorgung der verbliebenen und migrierenden Zivil-
bevölkerung zu gewähren. Sehr geehrter Herr Botschafter, eindringlich möchte ich Sie als
Vertreter der russischen Föderation vor dem Irrweg warnen, die sicherlich dringlichen Probleme um Tschetschenien militärisch lösen zu wollen. Ein anhaltender Krieg wird nicht nur soziale Not und Armut verschärfen, sondern zugleich auch zu langfristigen Instabilitäten in der Region beitragen.


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